Italienischer Wein
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Trotz des eher geschäftigen Eindrucks dieser bevölkerungsreichsten Region Italiens rund um Mailand spielt der Weinbau keineswegs eine untergeordnete Rolle. Mit ca. 1,6 Mio. hl Menge aus 26.951 ha Rebfläche werden bekanntere Regionen wie Friaul oder Umbrien deutlich in den Schatten gestellt. Aufgrund seiner Größe und Diversifizierung gelingt es der Region jedoch nicht, ein Qualitätsimage wie zum Beispiel in der Toskana oder im Piemont aufzubauen. Die wichtigsten Weinbauregionen in der Lombardei sind das Valtellina, Oltrepo Pavese sowie Franciacorta

Die Region umfasst rund 63.633 ha Rebfläche. Die Hauptrebsorte der Toskana ist der Sangiovese. Im Chianti, dem bekanntesten Wein der Gegend, hat diese Sorte einen Anteil von mindestens 75%. An Mittelmeerküste werden seit Ende der 60er Jahre auch Cabernet Trauben wie Cabernet Sauvignon und Cabernet Franc angebaut. Was als Experiment und als Vergnügen begann, entwickelte sich in der Folgezeit zu dem Phänomen der Super-Toskaner (engl. Super Tuscans). Der Sassicaia aus dem Weingut Tenuta San Guido beispielsweise, war Jahre lang einer der teuersten Tafelweine der Welt. Andere Beispiele sind der Tignanello von den Weingütern des Marchese Antinori, sowie der Ornellaia und der Masseto aus dem Haus Tenuta dell'Ornellaia. Eine Spezialität der Toskana ist neben diesen Rotweinen der Vino Santo. Dieser Oxidativ ausgebaute aufgespritete Süßwein wird häufig zusammen mit Cantuccini, einem traditionellem Mandelgebäck angeboten.

Die Region Friaul hat eine bestockte Rebfläche von 18.700 ha. Im Norden grenzt Friaul an Österreich und im Osten an Slowenien. Die Hauptstadt ist Triest. Bis Mitte der 60er war Friaul eine Rotweingegend, in der vorwiegend Merlot zum Einsatz kam. Insbesondere durch neue Kellermethoden wie zum Beispiel die gekühlte Gärung wandelte sich die Gegend innerhalb einer Generation zu DER Weißweinregion Italiens. Weinbaulich gliedert sich Friaul in die Anbaugebiete Colli Orientiali del Friuli, Collio, Carso, Friuli-Isonzo, Friuli-Aquilea, Friuli-Annia, Friuli-Latisana und Grave del Friuli, sowie 290 ha Rebflächen des Gebietes Lison Pramaggiore, dessen größerer Teil jedoch im Veneto liegt. Die Haupt Rebsorten sind: Tocai Friulano, Sauvignon, Malvasia Istriana, Pinot Bianco, Pinot Grigio, Prosecco, Traminer aromatico, Picolit, Garganega, Verduzzo Friulano für Weißweine und Merlot, Cabernet-Franc, Cabernet-Sauvignon, Pinot Nero, Refosco dal Peducolo Rosso, Terrano, Schioppettino und der Tazzelenghe für Rotweine

Im Nordwesten Italiens liegt Piemont. Hauptstadt des Lands ist Turin. In den Provinzen Alessandria, Asti, Cuneo, Torino und Vercelli stehen 54.800 ha Rebfläche zur Verfügung auf denen 3.267.000 hl Wein erzeugt wird. Der durchschnittliche Anteil an Qualitätsweinen beträgt etwa 35 %. Piemont verfügt über 52 DOC(G) Bereiche. Schwerpunkt des Weinanbbaus ist die Region der Langhe, eine Hügellandschaft in der Nähe der Stadt Alba, ebenfalls Heimat der weißen Trüffel. Hier werden der Barolo sowie der Barbaresco, 2 der großen Weine Italiens, erzeugt. Beide Weintypen haben in den letzten Jahren große Veränderungen durchgemacht. Die fortschrittlichen Erzeuger bereiten weiterhin großartige Weine, die jedoch zugänglicher und ausgeglichener als früher sind. Der unkomplizierte Dolcetto ist weiterhin sehr beliebt und gewinnt stetig an Profil und Qualität. Krönung der Arbeit ist sicherlich die Anerkennung des Dolcetto di Dogliani Superiore zum DOCG - Wein im Juli 2005. Piemont ist der bedeutendste Vermouth - Hersteller der Welt. Das Getränk besteht zu mindestens 70% aus Wein. Die bekanntesten Hersteller sind Martini & Rossi, Cinzano, Carpanoo, Gancia, Riccadonna und Cora.

Das Mittelmeerklima, welches im Etschtal (Unterland, Überetsch, Bozen, Terlan, Burggrafenamt) bis nach Meran reicht, ermöglicht einen vielseitigen Weinbau fast aller roten und vieler weißer Rebsorten. Der Vinschgau und besonders das Eisacktal sind etwas rauer im Klima und deshalb eher auf weiße Rebsorten spezialisiert. Es gibt drei autochthone Rebsorten in Südtirol: Vernatsch, Gewürztraminer und Lagrein. Dabei ist der Vernatsch mit 60% auch die wichtigste angebaute Sorte. Auf etwa 5.000 Hektar werden 52 von 116 Gemeinden Südtirols, 25 geläufige DOC-Rebsorten angebaut.

Die Region mit 16.500 ha Rebfläche liegt im Herzen Italiens. Hauptstadt ist Perugia. Weinbau gab es in Umbrien auf beiden Seiten des Tiber schon vor den Römern, zur Zeit der Etrusker und Umbrier. Archäologische Funde und über 3.000 Jahre alte, in die Vulkanfelsen getriebene Keller sind dafür historische Zeugen. Sowohl von der Landschaft als auch von den klimatischen und bodenmäßigen Verhältnissen ist das Gebiet der östlich angrenzenden Region Toskana sehr ähnlich. Die kalten Monate sind regenreich, die Sommer sind sonnig und durch Wind gekühlt. Viele Weingärten haben kalkreichen Lehm- und Sandboden. Es dominieren die roten Rebsorten Sagrantino, Sangiovese, Ciliegiolo, Canaiolo und Montepulciano sowie die weißen Grechetto, Trebbiano und Verdello. Der berühmte schon seit Jahrhunderten produzierte Orvieto macht rund zwei Drittel der DOC-Produktions-Menge aus.

Venetien erstreckt sich westwärts bis an den Gardasee und nordwärts bis an die Alpen sowie lokal an die Grenze zu Österreich. Hauptstadt Venetiens ist Venedig. Geographisch gesehen ist Venetien die vielfältigste italienische Weinanbauregion. Einerseits ist ein Drittel von Gebirgszügen bedeckt, andererseits verfügt die Region in der zentralen Ebene über ausgedehnte Reisfelder und über einen großen Küstenstreifen. Dementsprechend verfügt Venetien über eine breite Palette von Weinstilen, die auf einer Rebfläche von 75.315 ha erzeugt werden. Auf knapp 25% dieser Fläche werden Qualitätsweine mit DOC Status angebaut. Die wenigen Küstenweine sind in der Regel bedeutungslos. Im hügeligen Hinterland wird fast ausnahmslos Weißwein angebaut. Große Weine mit Ausdruck sind selten; jedoch der im Gebiet des Valpolicella angebaute Amarone gilt neben dem Barolo und dem Brunello als einer der 3 großen Rotweine Italiens.

Apulien liegt tief im Süden an der adriatischen Küste. Im Gegensatz zu den anderen südlichen Regionen gibt es kaum Berge; die Landschaft besteht aus Hochebenen und Flachland. Es herrscht ein trocken-heißes Klima mit wenig Niederschlag vor. Vom Sporn bei Foggia bis zur Spitze des Stiefelabsatzes hinter Lecce erstreckt sich Apulien über 400 km. Apulien verfügt über die meisten Rebsorten im Süden Italiens, rund 80 Prozent davon sind rote. Die feinsten Qualitäten Apuliens wachsen auf der Halbinsel Salento (dies entspricht in etwa der Provinz Lecce). Dank der beiderseitigen Nähe des adriatischen Meeres und des Ionischen Meeres kühlen die Nächte hier in dem Maße ab, wie es für einen Qualitätsanbau nötig ist. Die roten Rebsorten sind Aleatico, Bombino Nero, Malvasia Nera di Brindisi, Malvasia Nera di Lecce, Montepulciano, Negroamaro, Primitivo, Sangiovese, Somarello Rosso, Somarello Nero und Uva di Troia. Die häufigsten weißen sind Bombino Bianco, Fiano, Falanghina, Impigno, Moscato di Trani und Verdeca. Auf einer Rebfläche von 106.715 ha wird hier der meiste Wein Italiens produziert.

Die Marken umfasst 24.590 ha Rebfläche. Hauptstadt ist Ancona. Die Region liegt in Mittelitalien an der adriatischen Küste, im Westen grenzen die Regionen Toskana und Umbrien an. Das adriatische Meer und das im Westen liegende Gebirge der toskanischen Apenninen schaffen ein kühles, gemäßigtes Klima. Die Weingärten liegen fast ausschließlich auf Hängen mit häufig lehmhaltigem Boden. Der Verdicchio ist der berühmteste Weißwein der Marken. Die häufigsten Sorten sind die weißen Trebbiano, Maceratino, Pecorino, Verdicchio, Pinot Blanc, Pinot Gris und Malvasia sowie die roten Sangiovese, Montepulciano, Lacrima di Morro und Vernaccia di Serrapetrona. Je zur Hälfte werden Rot- und Weißweine produziert. Fast die Hälfte der Weinproduktion kommt aus der Provinz Ascoli Piceno, 30 Prozent kommt aus der Provinz Ancona.

Ligurien mit der Hauptstadt Genua ist die nach dem Aostatal und dem Molise drittkleinste Region Italiens. Die Gesamtweinproduktion beläuft sich auf ca. 300.000 hl bei 4.837 ha Rebfläche. Etwa 6 % dieser Produktion ergeben Qualitätsweine. Im Bereich der Weißweine konzentriert man die Bemühungen auf die weißen Rebsorten Vermentino, Pigato und Bosco; im Bereich Rotwein auf die roten Sorten Rossese, Sangiovese und Dolcetto.

Kapanien mit 41.129 ha Rebfläche und der Hauptstadt Neapel, ist eines der ältesten Weinbaugebiete Italiens. Hier entstand in der Antike unter anderem der Falerner. Das mediterrane Klima mit dem Einfluss des nahen Meeres, die schützenden Berge sowie Böden vulkanischen Ursprungs bieten eine ideale Basis für Weinbau, zum größten Teil werden Rotweine produziert. Besonders die rote Sorte Aglianico liefert insbesondere bei Avellino körperreiche, farbintensive und aromatische Rotweine. Daraus wird der lange Zeit einzige kampanische DOCG-Wein Taurasi gekeltert. Weitere Reborten sind Asprinio Bianco, Biancolella, Coda di Volpe, Falanghina, Fiano, Forastera, Greco Bianco und Piedirosso.

Die Region ist mit 10.848 ha eine der kleinsten Weinbauregionen Italiens. Die Hauptstadt ist Potenza. Die Anbaugebiete sind höchst unterschiedlich. So zählen die Weinberge im Bereich Vulture zu den höchstgelegenen in ganz Europa. Das Rebland ist in viele tausend kleine Parzellen, die häufig nicht einmal 1 ha groß sind, zerstückelt. Diese Heterogenität macht eine Klassifizierung sehr schwer, so dass es bisher nur 2 DOC Zonen gibt, aus denen ca. 4 % der Basilikataweine kommen. Mittlerweile zeigen einige Winzer das großartige Potential des Aglianico in der Basilikata und die Qualitätsbemühungen werden auch schon international honoriert. Der Aglianico del Vulture gehört zu den feinsten Rotweinen Italiens.

Sardinien hat eine Rebfläche von 43.331 ha. Die südliche Lage im Mittelmeer beschert reichlich Sonnenschein. Die Temperaturen sind in den verschiedenen Teilregionen der Insel sehr unterschiedlich. Die Trockenheit der Südküste erfordert oftmals eine künstliche Bewässerung. Im kühleren Norden (Gallura, Anglona und Alghero) entstehen vor allem frische, fruchtige Weißweine mit schöner Säure und Duftigkeit; die warme Süd- und Westseite der Insel bietet Rot-, Weiß- und Dessertweinen gute Bedingungen. Die Produktion wird weitgehend von großen Genossenschaften beherrscht. Zu zwei Dritteln werden Rotweine und zu einem Drittel Weißweine erzeugt.

Sizilien, die Insel des Nero d'Avola, mit der Hauptstadt Palermo, ist mit 133.518 ha Rebfläche die größte Weinregion Italiens. Dazu zählen wir aber auch die südwestlich liegende Insel Pantelleria und die nordöstlich gelegenen Liparischen Inseln. Von hier kam der Weinbau durch die Griechen nach ganz Europa. Trotz des guten Potentials erwachten die Winzer sehr spät und erkannten die Chancen eines Anbaus von Qualitätsweinen. Es lohnt sich daher, den sizilianischen Wein näher kennenzulernen. Seit Juli 2005 gibt es den ersten DOCG - klassifizierten Wein. DOC-Weine machen ca. 3 % der Gesamt-Rebfläche aus. Es gibt ausgezeichnete Landweine (IGT´s).
Jungmichels Empfehlungen
Roccaperciata - Nero d Avola Sicilia IGT
Aromatische Noten von süßen Kirschen, reifen Beeren, Vanille und Gewürzen lässt dieser 100%ige Nero d Avola erkennen. Am Gaumen ist er opulent, ist wohl balanciert mit sanften Tanninen und einer verführerischen Fülle.
Roccaperciata - Grillo Sicilia IGT
Die goldene Farbe dieses reinsortigen Grillo erinnert unmittelbar an die Sonne Siziliens. Mit seinem Bukettt von Mandeln, weißen Blüten und Birnen sowie seiner schönen Balance zwischen Frische und Bodenständigkeit setzt er ein Exempel für den modernen sizilianischen Weißwein
Roccaperciata - Inzolia Chardonnay Sicilia IGT
Zu gleichen Teilen aus Inzolia und Chardonnay vinifiziert, überzeugt diese Cuvee durch ihren gefälligen Geschmack, der eine angenehme Würze aufweist.
Roccaperciata - Nero d Avola Syrah Sicilia IGT
Mit Temperament und Persönlichkeit präsentiert sich dieser Rotwein aus Nero d Avola, Siziliens wichtigster autochthoner Rebsorte, und der beliebten internationalen Rebsorte Syrah.
Firriato - Quater Bianco Sicilia IGT
Vier autochthone Perlen des sizilianischen Weinbaus - Grillo, Catarratto, Carricante und Zibibbo - verschmelzen hier zu einem an Eleganz und Vollkommenheit kaum zu überbietenden, in der Farbe leuchtend gelben Weißwein. Wunderschön ist sein fruchtiges Bukett, welches mit Noten von Pfirsichen verwöhnt.
Firriato - Alcamo Bianco DOC
Der Alcamo Bianco ist ein klassischer Sizilianer. Er präsentiert sich mit Duftnoten von Wiesenblumen, Mandeln und frischen Birnen. Ein süffiger, eleganter Weißwein, der nach dem ersten Glas den Wunsch nach einem weiteren weckt.







