Ein A für ein O

Ein A fuer ein o vormachen
 
 

Des Einen Last ist des Anderen Terror

Wenn Sie nicht mehr in die eigene Wohnung passen, Dinge, von denen man bislang glaubte, Sie irgendwann noch einmal gebrauchen zu können, der ausrangierte Röhrenfernseher, die Hose, die nie wieder in Mode sein wird, der Raclette-Grill und die alte Spiegelreflexkamera, wenn der Dachboden zu klein und der Keller voll ist - selbst dann können manche Menschen sich noch immer nicht von ihrem Besitz trennen. Einige von Ihnen mieten stattdessen sogar einen Lagerraum.
 
Man muss nicht eine Kammer voller Krempel besitzen, um Zweifel an der Idee des Eigentums zu hegen, es reicht schon das traurige Gefühl, dass einem die eigene CD Sammlung nur noch wie eine Dekoration aus vergangenen Tagen vorkommt.
 
Die Zeit des Eigentums, so lautet derzeit die neuste Parole, neigt sich dem Ende zu. In Zukunft werden wir die Dinge miteinander teilen und jeder soll am Ende davon profitieren.
 
Der Trend zum Teilen hat viele Namen und dass man seine Kraft nicht unterschätzen sollte, liegt daran, dass sich diese nicht allein in den Motiven der Askese wiederfinden. Je flüchtiger das Leben wird, desto weniger besteht Luxus darin, den größten Haufen Kram zu besitzen - oder die schönsten Design-Objekte. Der Luxus von morgen besteht darin, seine Bedürfnisse so schnell und komfortabel wie möglich zu befriedigen.
 
Wer sich heute lieber ein Auto leiht, statt es zu kaufen, macht dies nicht, weil er sich keines leisten kann, sondern weil es nervt, selbst eines zu besitzen.
 
Urbane Carsharing-Systeme machen es möglich, für ein paar Euro pro Fahrt mit ständig vollgetanktem und vollkaskoversichertem Wagen durch die Stadt zu fahren, bevor man ihn am Ende auf einem reservierten Parkplatz abstellt. So lösen sich die Vorteile des Autobesitzes klar in Luft auf.
 
Besitz wird künftig nicht einfach nur ein Abbild des Bankkontos sein, sondern die Symbiose von Geschmack und Bildung. Es zählt die Playlist, nicht der Plattenschrank. Weniger ist mehr!
 
Auch die ewig Gestrigen – die unverbesserlichen Anhänger der Wachstumsideologie werden Sympathien für ein Ende der Wegwerfgesellschaft haben, für eine Vision, die endlich einen Hebel dafür gefunden zu haben scheint, wie man den Egoismus der Einzelnen zum Wohle aller umsetzt.
 
Soweit die Theorie - bleibt zu hoffen, dass uns hier nicht ein A für ein O vergemacht wird und die neu genommene Last nicht zum neuen Terror mutiert


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