Ist Urban Gardening die zeitgemäße Antwort auf Monokulturen?

Pflanz dir einen Gemuesegarten
 
Eine junge urbane Avantgarde versteht unter Urban Gardening eine neue Form gemeinschaftlichen Gärtnerns mitten in der Stadt. In den Augen der zumeist jungen Stadtpflanzer gibt es jedoch einen großen Unterschied zum den traditionellen Gärtnern. Urbanes Gärtnern zieht sich nicht in ein privates Gartenzwerg Refugium zurück, sondern pflanzt bewusst „eine andere Stadt“. Brachflächen, Baulücken und andere vernachlässigte Bereiche werden in essbare Landschaften verwandelt. Die so entstehenden Landschaften sollen nicht nur mit Obst und Gemüse selbst versorgen, sondern sind zugleich auch Zentren der Kommunikation und des Lernens. Urbane Gärten als offene Orte in denen man z.B. erfährt, woher die Lebensmittel kommen und was Biodiversität bedeutet.
 
Dachgarten Palettenbeet Flaschenpost
 
 
Dabei führt Man(n) & Frau einen urbanen Lebensstil, ist allerdings dabei weder auf den Konsum reduziert, noch möchte man auf eine Art Natur -wenn auch nur in der Modelleisenbahnvariante, verzichten.
 
Der Junge Städter hat im Umgang mit echten Pflanzen plötzlich festgestellt, dass die Begegnung mit der lebendigen Natur gut tut. Der Stadtgarten wird zum Erfahrungsraum für die grundlegenden Zusammenhänge des Lebens hochstilisiert. Das Säen, Ernten, Kochen sensibilisiert plötzlich nicht nur für die Natur, sondern auch für eine andere Betrachtung der Bedingungen, unter denen wir leben.
Die neuen urbanen Gemeinschaftsgärten sind eine Art Gegengewicht zum neoliberalen Regime. Mit dem Anbau von lokalen Nahrungsmitteln glaubt man  zudem einen Beitrag für Erhalt von Sortenvielfalt und Ernährungssouveränität zu leisten. Gärtnern als eine Mischung  aus Sinnlicher Handarbeit und politischem Statement.
 
Als Antwort auf unser Landwirtschaftsdilemma kann ich Urban Gardening jedenfalls nicht ansehen. Im Gegenteil - Ich stelle mir eher die Frage: Bin ich das was ich pflanze und wenn ja wie viel?
 
In meinen Augen brauchen wir nach wie vor Wissen – Wissen abseits von vertikalen Gärten und Zucchinis in der Einkaufskiste. Wir müssen wissen das ein Achat eben nicht zur Schneckenfalle mutiert und Reste von neu designten PET Flaschen deren Weichmachergehalt uns möglicherweise ein drittes Ohr wachsen lässt, eben keine Alternative zu Anzuchttöpfchen aus Ton sind.
 
Freunde ich will niemandem vorschreiben wie er zu pflanzen hat - Ich möchte von Standpunkten und Kenntnissen sprechen:
 
  • gentechnikfreie Saatgutarbeit.
  • kann ich gentechnikfreies Saatgut dauerhaft sichern und zur Verfügung stellen?
  • wie kann ich die gentechnikfreie Kulturpflanzenvielfalt als Basis zukünftiger Züchtung und Ernährung erhalten und entwickeln?
  • gibt es Initiativen und Unternehmen, die an gentechnikfreien Kulturpflanzen, ihrer Erhaltung, Entwicklung, Züchtung und Nutzung arbeiten?
  
Wichtig ist daher nicht alleine der Glaube das purer Aktivismus mit bedeutungsvoll klingenden "Gartennamenneuschöpfungen" die Welt retten zu können, sondern die Suche nach heimischen, heute nicht mehr angebauten Nutzpflanzenarten, deren Rekultivierung, Vermehrung und Weiterentwicklung. Die Organisation von Samentauschbörsen und die Weiterentwicklung von Wildpflanzen für Nahrungszwecke. Weniger ländliche Monokulturen dafür aber mehr Ausgleichsflächen mit echten Insekten, echten Bienen und echten Tieren.
 
Zeig mir deine Pflanzen und ich sage dir wer du bist….


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