Kontrolle durch loslassen

loslassen
 
Gibt es eigentlich eine Verfallszeit für Tugenden, wo sich die Welt doch täglich verändert?  Fragt man Wikipedia, leitet sich „Tugend im Übrigen von taugen einer Person ab. Die ursprüngliche Grundbedeutung ist die Tauglichkeit - Tüchtigkeit, Vorzüglichkeit. Im Allgemein versteht man also unter Tugend eine hervorragende Eigenschaft, eine vorbildliche Haltung bzw. ein Charaktermerkmal.
 
Angeblich soll ja ein „gesundes“ Kontrollbedürfnis hilfreich sein, die Herausforderungen des Lebens erfolgreich zu meistern. Doch gelegentlich wird aus dieser vermeintlich nützlichen Charaktereigenschaft eine Kontrollsucht das Leben der Anderen zu meistern - und wie definieren wir in diesem Zusammenhang eigentlich gesund?
 
Wer also wie ich regelmäßig eine Meinung hat, diese auch noch virtuell veröffentlicht, muss sich an Widerspruch und Kritik gewöhnen. Wie leicht mir doch diese Zeilen von der Hand gehen und vordergründig dachte ich bisweilen immer, möglichst jede Äußerung auf meine Beiträge zumindest zur Kenntnis zu nehmen. Doch mein eigentliches Motiv dafür ist in Wahrheit eher fragwürdig: Eigentlich ging es mir nur darum, Widerworte zu entkräften.
 
Egal wie smart, durchdacht oder genial meine Gedanken  auch sein mögen, es wird immer gegenteilige Perspektiven geben.
 
So die schnörkellose Wahrheit!
 
Es ist im Gegenteil sogar ein schlechtes Zeichen, stets nur Zuspruch zu erhalten. Auch wenn sich Zuspruch natürlich kurzfristig besser anfühlt als Widerspruch.
 
Einfach mit der Faust auf den Tisch zu hauen und sich darauf verlassen, dass dann alles nach Plan verläuft, ist ein kurzatmiger Gedanke.
 
Ein Kontrollbedürfnis ist bestenfalls eine schlechte Tugend oder eine schlechte Charaktereigenschaft. Kontrollsucht ist heute mehr denn je eine Schwäche.
 
Es ist an der Zeit seine Kontrollzwänge abzulegen, und ich bilde mir ein, dass dieser Geisteswandel auch in andere Bereiche meines Lebens ausstrahlt. Die Fähigkeit, die Kontrolle loszulassen, scheint mir eine der wichtigsten neuen Skills in unserer von durch sich auflösende Hierarchien und ins Wanken kommenden Machtstrukturen geprägten Zeit zu sein. Ein Blick ins Weltgeschehen genügt, um zu sehen, wie überall kontrollsüchtige und in die Jahre gekommene Strukturen, mit einem für sie völlig unbekannten, mit bisherigen Instrumenten nicht zu bekämpfenden Kontrollverlust konfrontiert werden. Dass Menschen Kontrolle brauchen ist nichts anderes als Mythenbildung. Hochgehalten von selbsternannten Bescheidwissern, die glauben, Menschen und Märkte müssten irgendwie gesteuert werden.
 
Das sind nichts weiter als unzeitgemäße Parolen, denn letztlich ist Management per Weisung und Kontrolle eine geradezu lächerlich marktfeindliche und Menschenverachtende Denkweise, die bislang nur zu unglaublichen Verschwendungen und Unterdrückung von Ressourcen als auch von Talenten sowohl in Strukturen als auch in der Partnerschaft führte.
 
…..die Dynamik des "Loslassens" anzunehmen hilft mehr als den anderen durch Kontrolle beugen zu wollen


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