Selbstversorgung für Beginner´s….

Jungmichels Selbstversorgung
 
In meinem Artikel „Selbstversorgung – romantische Vorstellung oder viel harte Arbeit?“ hatte ich bereits darüber berichtet, wie sich ein derzeit zu beobachtender Trend darstellt und das es immer mehr Menschen gibt, die „Einen neuen Weg“ beschreiten, um sich selbst zu versorgen. Die Gründe dafür sind vielfältig. Einige Menschen sind systemisch enttäuscht, andere sind teils hochmotiviert oder hoffnungsfroh. Eines haben aber alle gemeinsam, Sie sind auf der Suche nach dem richtigen Weg. Eine der häufigsten Fragen ist dabei die Frage nach dem Geld. Was kostet ein autonomes Leben und wie fang ich an?
Mein erster Tipp:
Nutze deine Möglichkeiten!
 
Der Fenstergarten:
Ein Lebensmodell unserer Zeit, ist das Urbane Leben. Man arbeitet dort wo man lebt und kauft im Supermarkt seines Vertrauens oder passend zu seinem Geldbeutel. Wer es anders möchte, kann auch in einer Stadtwohnung schon einiges selber anpflanzen und seine dortigen Möglichkeiten nutzen. Besorg Dir „Reinzucht“ Saatgut und starte den Versuch, die ersten Pflanzen, wie Kräuter und auch Gemüse selbst zu ziehen. Hierbei bekommst Du das Gespür fürs Gärtnern, in dem Du ein bisschen mit Licht, Anzuchttöpfen und Blumenerde experimentierst. Was dir auf der Fensterbank gelingt, wird Dir auch in einem Garten gelingen.
 
Urban Gardening:
Ist Dir der Fenstergarten nicht der richtige Anfang, suche in Deiner Stadt Kontakt zu Stadtgärtnern. Urban Gardening ist eine neue Form gemeinschaftlichen Gärtnerns mitten in der Stadt. Die so entstehenden Landschaften sollen nicht nur mit Obst und Gemüse selbst versorgen, sondern sind zugleich auch Zentren der Kommunikation und des Lernens. Urbane Gärten als offene Orte in denen man z.B. erfährt, woher die Lebensmittel kommen und was Biodiversität bedeutet. Gärtnern als eine Mischung aus Sinnlicher Handarbeit und politischem Statement zusammen mit Gleichgesinnten.
 
Pachte dir einen Garten:
Zugegeben - in vielen Städten in Deutschland leichter gesagt als getan. Denn einerseits suchen derzeit einige Menschen ein Stück Land und andererseits muss man schon ein Stück raus aus der Stadt um noch bezahlbaren Boden zu finden. Eine gute Möglichkeit ist die direkte Ansprache von Menschen die in unmittelbarer Nachbarschaft von Brachflächen wohnen. Vielleicht sind es schon die Grundstücksbesitzer oder Sie wissen um wessen Grundstück es sich handelt. Selbstversorgung fängt mit „selbst“ an. Also sei mutig und frage „selbst“ nach Deinem Pachtland an.
Mein zweiter Tipp:
Sei Neugierig und Kreativ - Im tun liegt die Kraft, nicht im lassen!
 
Selber machen:
Das Internet bietet mittlerweile einen Fundus an „Selbermacher“  – Anleitungen. Es gibt so vieles was Du ausprobieren kannst, ohne gleich ein Großgrundbesitzer sein zu müssen! Mit ein bisschen Kreativität, lassen sich aus vertrauten Lebensmitteln neue Ideen schaffen. Aus altem Brot mache ich z. B. Semmelknödel. Um das Konservieren zu üben, kann man auch einfach das benötigte Gemüse kaufen – und zwar dann, wenn es Saison hat.

Mein dritter Tipp:
Eigne die eigenes Wissen an!
 
Buchempfehlungen:
Die folgenden Bücher habe ich gelesen und kann Sie daher bedenkenlos empfehlen:
 

Sepp-HolzerSepp Holzer der Agrar-Rebell 
ISBN 3-7020-0970-I

Der Agrar-Rebellbeschreibt das Leben und Wirken des Sepp Holzer, der inzwischen in vielerlei Hinsicht in aller Munde ist. Er zieht auf einem Bergbauernhof in 1.500 m Seehöhe Kiwis, Kirschen und Kürbisse, mitten im Winter erntet er Radieschen, und sein Getreide wächst im Wald: Der "Krameterhof" ist längst zum Symbol für eine neue Art der Landwirtschaft geworden. Hunderte Autobusse bringen alljährlich interessierte Besucher zur Besichtigung, und die berichten ausführlich. Sepp Holzer hat eine eigene Form der Permakultur entwickelt, die bereits Gegenstand wissenschaftlicher Forschungsarbeiten ist und auch Projekt der EXPO 2000 in Hannover war. Unter geschickter Ausnutzung ökologischer Beziehungen und Kreisläufe läßt er die Natur für sich arbeiten und erzielt mit minimalem Arbeitsaufwand - und ohne die Umwelt zu belasten - ein Maximum an wirtschaftlichem Erfolg. In diesem reich bebilderten Buch erläutert Sepp Holzer nicht nur die Grundprinzipien seines Denkens und die wesentlichen Erkenntnisse, die ihm seine Gabe zur genauen Naturbeobachtung geliefert hat, er schildert auch lebendig seinen endlosen Kampf mit Ämtern und Behörden, die alles daransetzten, die Erprobung alternativer Landwirtschaftsmethoden zu unterbinden.



 

 

Handbuch SamengaertnereiHandbuch Samengärtnerei
ISBN 978-3-8001-6991-7

Vom eigenen Gemüse nicht nur Früchte, sondern auch Samen für das nächste Jahr ernten? Dieses Buch liefert dir Informationen zu Handwerkszeug, Vermehrung der Lieblingssorten, Erhaltung der Sortenvielfalt und dem benötigen Zeitaufwand. Klare praktikable Anleitungen von engagierten Fachleuten zur Erhaltung der Kulturpflanzenvielfalt helfen Ihnen bei der biologischen Saatgutgewinnung.

 







 

Autark auf 1000 QuadratmeternMini Farming Autark auf 1000 Quadratmetern
ISBN 978-3-942016-49-0

Auf 1.000 Quadratmetern autark werden und eigene Lebensmittel anbauen. Dieses Buch bietet Ihnen einen ganzheitlichen Zugang, wie Sie im eigenen Garten autark werden und den Großteil Ihrer Lebensmittel selbst anbauen können. Auf nur 1.000 Quadratmetern decken Sie 85 Prozent des Lebensmittelbedarfs einer vierköpfigen Familie und können - wenn Sie Ihre Produkte auch auf dem Markt anbieten - obendrein noch rund 7.000 Euro jährlich verdienen. Dabei handelt es sich durchaus nicht um eine Zurück-zur-Natur-Utopie, sondern um eine pragmatische und bewährte Methode, die sowohl auf dem Land als auch im städtischen Umfeld Anwendung finden kann. Und auch wenn Sie weder Landwirt noch Gärtner sind - Brett Markham vermittelt Ihnen alles, was Sie wissen müssen: Die richtige Auswahl von gekauftem oder selbst gezogenem Saatgut. Methoden zur Verbesserung und Erhaltung der Bodenqualität. Vorbeugung und Bekämpfung von Krankheiten und Schädlingen. Alles Wissenswerte über Kompost, Fruchtfolge und das optimale Zeitmanagement. Voraussetzungen für den biologischen Anbau. Planung des Gartens, um allen Ernährungswünschen gerecht zu werden. Geflügelaufzucht. Anbau und Pflege von Obstbäumen und Nusssträuchern. Wie Sie die Lebensmittel durch Einkochen, Einfrieren und Trocknen konservieren. Verkauf überschüssiger Produkte und vieles mehr. Das Buch ist mehr als nur ein Gartenratgeber. Es zeigt Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie Ihre eigene kleine Farm gründen können, und bietet Ihnen somit die idealen Voraussetzungen, um eigene Erfahrungen zu machen. Eine Vielzahl von Fotos, Tabellen, Listen und Grafiken vermittelt Ihnen detailliert das A und O der Materialien, Werkzeuge und Techniken. Brett Markham ist Ingenieur, Farmer in der dritten Generation und Universalgebildeter. Mit den Methoden, die er in diesem Buch vorstellt, führt er eine eigene profitable Bio-Mini-Farm auf weniger als 1.000 Quadratmetern. Hauptberuflich arbeitet er für einen Breitband-Internetdienstanbieter, in seiner Freizeit bewirtschaftet er seine Farm.

 

Leben auf dem LandeDas große Buch vom Leben auf dem Lande
ISBN 3-473-42616-4

Das praktische Handbuch vom Leben auf dem Lande, zeigt und erklärt, wie man richtig Pflügt, Getreide sät, Heu erntet, aus Gerste Malz macht, Gemüse anbaut, Kühe melkt, Pferde anschirrt, Ochsen schlachtet, Schafe schert, Hühner rupft, Schinken räuchert, Fleisch pökelt, Butter und Käse macht, Brot bäckt, Bier braut, Wein keltert, Sauerkraut einlegt, Obst einmacht, Kräuter trocknet, tiefkühlt, Bienen züchtet, Fische fängt, Wild ausnimmt, Bäume beschneidet, Felle gerbt, Brunnen bohrt, eine Scheune baut, Mauern anlegt, und ausbessert, Natursteine behaut, Ziegelsteine brennt, Holz fällt, Flachs spinnt, Körbe flickt, töpfert, ein Strohdach deckt, einen Ofen baut, Windenergie nutzt, Strom erzeugt, Regen sammelt, Sonnenenergie nutzt, kurzum: wie man Land fruchtbar macht, Achtung vor dem Boden hat, sich auf die Jahreszeit einstellt, gute Ernte einbringt, nichts verschwendet, gesund bleibt, glücklich lebt.

 


 


Mein vierter Tipp:
Fange Schritt für Schritt damit an, worauf Du am meisten Lust hast. Es gibt kein richtig oder falsch!

Wie fange ich an?
Es geht nicht darum, sofort alles umzusetzen. Das wäre unsinnig und kostspielig. Am besten Du verschaffst dir einen Überblick über Deine Möglichkeiten und fragst Dich, auf was Du die meiste Lust hast. Knüpfe Kontakte und lese Dich in jeder freien Minute in das Thema ein. Je mehr Du weißt, desto weniger kann dir keiner mehr Binsenweisheiten beibringen wollen oder Geschichten auf die Backe nähen. Hör Dich um und halte die Augen auf. Schau Dir beispielsweise ungemähte, ungepflegte Grundstücke in Deinem Wohngebiet an und sprich die Menschen aus der Nachbarschaft auf den Besitzer an. Vielleicht kannst Du es ja gegen Dein künftiges Gemüse günstigst mit benutzen. Pachten wäre natürlich besser und gibt Dir die nötige Sicherheit. Gehe einen Schritt nach dem Anderen. Vernetze Dich!

Internetseiten die ich dir ans Herz legen möchte:
 
 
 
 
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